15. Februar 2018

Kreistag Oder-Spree: Arbeitsgruppe soll sich um ländlichen Raum kümmern. Bündnisgrüne: Umweltschutz und Digitalisierung dürfen nicht außer Acht gelassen werden

Kreistag Oder-Spree                                                                                                  (Foto: Mike Kess)

Der Kreistag Oder-Spree beschloss in seiner Sitzung am Mittwochabend in Beeskow die Bildung einer Arbeitsgruppe zur "Entwicklung des ländlichen Raumes im Landkreis". Im Vordergrund sollen dabei Themen der Daseinsvorsorge wie Mobilität, Gesundheit, Wirtschaftsförderung, Kinderbetreuung, Jugendarbeit, Senioren, Wohnen, Nahversorgung und Kultur stehen. Die Bündnisgrünen im Kreistag monierten, dass im Antragstext weder der Umwelt- und Naturschutz noch die Digitalisierung vorkommen. Als erster Schritt soll nun in der Arbeitsgruppe Handlungsempfehlungen des Kreises mit einer breiten Beteiligung aller Zuständigen, Betroffenen, Experten und Interessierten diskutiert werden. "Das sind unzweifelhaft alles wichtige Themen, die im Vordergrund stehen, daher stimmen wir Grünen auch grundsätzlich dem Antrag zu", sagte Grünen-Kreistagsmitglied Bernd Saliter in Kreistag: "Wir plädieren allerdings dafür, das Themenspektrum der Arbeitsgruppe um die Punkte Umwelt- und Naturschutz als Kernpunkte zu erweitern".
Das Ergebnis einer Bürgerumfrage der Enquete-Kommission des Landtages zum ländlichen Raum vom letzten Herbst ergab: Einkaufsmöglichkeiten, die medizinische Versorgung, die öffentlichen Verkehrsmittel, das Kulturangebot und gesunde Umweltbedingungen sind gleichzeitig die Top 5 der Angebote vor Ort, die für die Befragten am wichtigsten sind. "Die Umfrage zeigte klar: für ein gutes Leben auf dem Land ist eine intakte Natur nötig", sagte die Umweltexpertin der Kreistagsgrünen Anja Grabs: "Die ländlichen Räume haben nicht nur die Funktion als Naturschutzraum und Erholungsgebiet für die Stadtbevölkerung, auch für die hier lebenden Menschen muss es darum gehen, hier die Entwicklungspotenziale zu stärken". Der Kreistagsvorsitzende Franz H. Berger sicherte daraufhin den Bündnisgrünen am Mittwoch in Beeskow zu, dass der Umweltschutz in der neuen Arbeitsgruppe nicht zu kurz kommen werde.
Kaum Fortschritte gibt es beim immer wieder geforderten Angebot von freien WLAN bei Sitzungen des Kreistages. Landrat Rolf Lindemann erklärte, dafür müssen erst "umfangreiche Feldmessungen" durchgeführt werden. "Die Verzögerung ist für mich unverständlich. Jeder halbwegs interessierte Teenager kann heutzutage einen Router anschließen und ein WLAN einrichten - das ist keine Atomwissenschaft", äußerte Grabs ihr Unverständnis.

7. Februar 2018

Kreistag Oder-Spree handelt undemokratisch

Könnte mehr Demokratie vertragen: Der Kreistag Oder-Spree
(Foto: Thomas Fischer)


BEESKOW - Der Kreistag Oder-Spree hat sich in der vorherigen Legislatur selbst Steine in den Weg gelegt indem er entschieden hat, dass eine Fraktion aus mindestens vier Mitgliedern bestehen muss.

Als wir vor vier Jahren zu dritt in den Kreistag einzogen, haben wir uns mit dem Piraten Frank Behr den vierten Mann ins Boot geholt und dadurch Sitze in allen Ausschüssen erhalten. Im Laufe der Legislatur sind zwei Mitglieder der AfD zu den Freien Wählern gewechselt, wodurch alle Ausschusssitze neu berechnet worden sind. Trotz Fraktionsstatus haben wir dadurch alle Ausschusssitze verloren, sind aber weiterhin in die Ausschüsse gegangen, diesmal zwar mit Rede-, aber ohne Stimmrecht.

Im September 2017 hat Frank Behr unsere Fraktion plötzlich und unerwartet, ohne Angabe von Gründen verlassen, um ebenfalls zu den Freien Wählern zu wechseln.

Weil wir jetzt nur noch zu dritt sind, haben wir unseren Fraktionsstatus und damit weitere Rechte verloren. Wir dürfen weder Anfragen noch Anträge stellen! Wenn wir als Bündnis 90/Die Grünen keine Anfragen und Anträge im Kreistag stellen können, müssen wir uns ehrlich fragen: Was machen wir hier eigentlich noch?

Wovor hatte der Kreistag in seiner damaligen Zusammensetzung Angst? Dass Anträge von den Rechten kommen? Das solche Anträge eine Mehrheit erhalten? Im Ernst?

Oder existiert eine Angst vor Parteizersplitterung? Im Kreistag Oder-Spree gibt es 56 Sitze. 56 Personen, die den Landkreis mitgestalten und verbessern möchten. Angst vor zu vielen Meinungen? Das würde man dann wohl Parteienvielfalt nennen. Sicher kein Grund in Panik zu geraten. 

Am 11. April kommt die Hauptsatzung auf die Tagesordnung. Weil eine Antragstellung so bürokratisch für uns ist (dieser müsste von einer anderen Fraktion oder von 10 % der Kreistagsmitglieder gestellt werden), werden wir auf dieser Kreistagssitzung den Änderungsantrag stellen, die Mindestgröße von Fraktionen von vier auf drei Mitgliedern zu verringern. Ich hoffe die anderen Mitglieder des Kreistages sehen das genauso wie wir: Es gibt keinen Grund, Angst vor mehr Demokratie zu haben. 

5. Februar 2018

Maulwurf vertreiben - So geht`s

Europäischer Maulwurf (Talpa europaea)
Foto: Mick E. Talbot

Blöd jetzt, dass Sie auf den Blog einer Naturschützerin gelangt sind. Sie wollten hier bestimmt lesen, wie sie ihren lästigen Gartenbewohner loswerden, am liebsten natürlich ganz sanft und ohne den Maulwurf gleich umbringen zu müssen. Kein Angst, sie dürfen weiter lesen, die Antwort kommt noch.

Googelt man "Maulwurf" kommt als erster Suchbegriffsvorschlag (der typischerweise eingegeben wird) das Wort "vertreiben", gefolgt von "fangen" und "töten".  Sie dürfen den Maulwurf per Bundesnaturschutzgesetz übrigens weder fangen, nachstellen, verletzen noch töten.

Ich verstehe sogar, warum man einen niedlichen Maulwurf töten will. Wenn man es nunmal nicht besser weiß, dann will man seinen Thujaheckengarten nunmal von allem befreien, was nach Tier aussieht.

Meine eigene Maulwurfserfahrung sieht so aus: Als ich noch Kind war, saßen wir als Familie bei meinem Onkel und meiner Tante im Wintergarten der Gartenlaube und aßen Raclette. Ich kann mich auch noch daran erinnern, das die Scheiben davon beschlagen waren, aber wen interessiert das jetzt, wenn sie doch wissen wollen, wie sie Ihr Gartenmonster, den Maulwurf, loswerden wollen, richtig? Moment noch, ich komme gleich zur Sache! 
Mein Onkel hat schon Tage vorher darüber geplagt, dass er diesen Maulwurf nicht aus den Garten bekommt. Er harkt die Hügel täglich, aber das bringt natürlich nichts. So sitzen wir also und essen gemütlich Raclette, als mein Onkel wie von der Tarantel gestochen aufspringt, in den Garten rennt und mit einem Spaten bewaffnet gezielt in einen Maulwurfshügel reinsticht. Mit Erfolg: Am nächsten Tag guckten wir Kinder in den Mülleimer und waren erstaunt wie niedlich und klein der Maulwurf doch ist. 

Und jetzt zu Ihnen. Ihr Garten sieht so oder so ähnlich aus: Thujahecke als Sichtschutz. Rhododendron hier, Bambus dort. Vielleicht ein paar Rosen. Liege ich falsch? Oder fast falsch? Okay, kommen wir zum Kernpunkt in dem ich auf jeden Fall recht habe: Sie haben einen kurzgeschorenen Rasen. Im Sommer wird er vielleicht sogar abends gewässert, aber auf jeden Fall wird er zur Hauptwachstumszeit circa einmal die Woche gemäht. Sie haben sich das perfekte Statussymbol eines modernen Gärtners geschaffen, einen Rasen, bei dem man sich fragt, wo die Löcher zum Golfspielen sind. 

Leider ist das nunmal das absolute Lieblingsbiotop eines Maulwurfes. Das ist ungefähr so, als würde man sich Steinplatten in den Garten legen und sich dann im nachhinein über die vielen Ameisen aufregen (alles schon erlebt).

Die Frage lautet jetzt: Warum wollen Sie den Maulwurf loswerden? Ist es Ihnen peinlich, diesen "Schönheitsfehler" der Maulwurfshügel im Garten zu haben? Haben Sie Angst, dass die Nachbarn sagen, Sie haben als Gärtner versagt? 

Vor allem müssen Sie sich fragen, wofür dient der Rasen? Rasen hat nämlich im Garten nur zwei Daseinsberechtigungen:

1. Die Kinder/Erwachsenen benötigen ihn als Spielwiese

oder

2. Der Garten sieht dadurch "gepflegt" aus. In dem Fall dient er als Statussymbol.

Wenn er als Spielwiese dient, dann fragen Sie sich: Stören die Hügel wirklich so sehr, dass sie alle drei Minuten darüber stolpern? Oder reicht es, sie einfach schnell glatt zu harken (muss man leider täglich tun), da wo gespielt wird? Gerade für Kinder kann der Maulwurf im eigenen Garten als Naturerlebnis nämlich auch einfach geduldet werden. Die Erde der Maulwurfshügel kann man übrigens prima als Anzuchterde benutzen, da sie kaum Unkrautsamen erhält. Die Hügel sind nichts anderes als der Auswurf der Erde für die Gänge. Der Maulwurf benötigt die Hügel nicht.

Benötigen Sie den Rasen weder als Spielwiese noch als Statussymbol und möchten den Maulwurf trotzdem loswerden? Dann legen Sie eine Blumenwiese an. Verschwindet der kurzgemähte Rasen, dann sucht sich der Maulwurf einen anderen Garten (vielleicht bei Ihrem Nachbarn, der ebenfalls bisher jeden Samstag den Rasenmäher in Gang gebracht hat).

Zum Weiterlesen: