22. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!

Fotografiert in Berlin-Müggelheim
(Foto: Anja Grabs)


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Insektenhotels sind kein Artenschutz

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Weihnachten ist Spendenzeit. Ich empfehle:

Kältehilfe in Berlin:
In Berlin Obdachlosen helfen? So geht es!

Und das Präventionsprojekt gegen Fremdenfeindlichkeit:
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage


Ich wünsche allen meinen BlogleserInnen schöne, stressfreie Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2015!

11. Dezember 2014

Wir sind der Strom!

Gustav-Adolf-Kirche im Ort Kerkwitz
Die Gustav-Adolf-Kirche im Ort Kerkwitz in Brandenburg soll laut Vattenfall zerstört werden. Rund 500 Einwohnern droht eine Umsiedelung. Mit dem Bau von neuen Kohlekraftwerken kann Deutschland seine Klimaziele nicht erreichen. Die Zwangsumsiedelung und der Heimatverlust gehört für viele Menschen zu den schlimmsten Lebenserfahrungen. Aktuell bedrohte Orte in Brandenburg sind Proschim und Teile von Welzow (1250 Einwohner) durch den geplanten Tagebau Welzow-Süd II sowie Atterwasch, Kerkwitz und Grabko (900 Einwohner) durch den geplanten Tagebau Jänschwalde Nord.
(Foto: Lutki)

Deutschland hat es geschafft und ist internationaler Vorreiter zum Atomausstieg. Im Jahr 2022 wird das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Dies ist ein Verdienst der intensiven Widerstände aus der Bevölkerung seit den 80er Jahren. In Verbindung mit der emotionalen Anteilnahme nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima hat die deutsche Regierung ENDLICH begriffen: Wir wollen keine Atomkraft!

Wir haben den Ausstieg fast geschafft und das obwohl ein Atomkraftwerk ein bis zwei Millionen Euro einbringt....pro Tag!
Die Lobbyisten werden sich nach neuen Jobs umsehen müssen. Oder? Nein! Die großen Atomstromkonzerne wollen nun damit argumentieren, dass Atomstrom mit Kohlekraft ersetzt werden muss. Panikmache wird gerne eingesetzt, Stromausfälle vorausgesagt. Dabei exportieren wir weiter Strom und wir benötigen auch keine neuen Kohlekraftwerke mehr, weil wir durch erneuerbare Energien bereits genug Strom produzieren. Die großen Konzerne sagen: CO2 Ausstoß? Kein Problem, es gibt doch CCS (CO2 Speicherung)!

Aber durch CCS entsteht das exakt gleiche Problem wie bei radioaktiven Abfällen: die Endlagerung, so dass solche Vorhaben inzwischen weder von der Politik noch von der Bevölkerung mitgetragen werden.

Aufgrund der heutigen Alternativen zum Atom- und Kohlestrom, könnten wir innerhalb kürzester Zeit auf 100 % erneuerbarer Energien umsteigen. Doch weil die Atomkonzerne das nötige Geld für perfekten Lobbyismus haben, bleibt die Politik so lange gelähmt und naiv, wie es die großen Konzerne eben für richtig halten. Was sie dabei nicht begreifen ist, dass Umweltfolgeschäden IMMER teurer sind als der reine Gewinn. Und zwar so teuer, dass man sie mit Geld schon gar nicht mehr aufwiegen kann.

Heißt: Wir müssen weiter kämpfen! Denn die großen Stromkonzerne wollen weitere Kohlekraftwerke bauen.
Entgegen dem Willen der Bevölkerung.
Entgegen der Menschen, die gegen ihren Willen umgesiedelt werden sollen.
Entgegen der gewachsenen Kultur die vor Ort komplett zerstört wird.
Entgegen der Umweltfolgeschäden, die immer auftreten und im nachhinein Milliarden kosten.
Entgegen der Schädigung des Klimas durch CO2 und der damit verbundenen Erderwärmung.

Deshalb müssen wir die Energiewende selber machen. Wir müssen ALLE auf erneuerbare Energien umsteigen. Ein einfacher Wechsel zu einem Ökostromanbieter: mehr bedarf es nicht. Es gibt vier empfehlenswerte Ökostromanbieter in Deutschland: Greenpeace energy, EWS, naturstrom und Lichtblick. Und das schöne ist: Ökostrom ist oft preisgünstiger als konventioneller Strom.

Noch mehr Infos und ganz schnell und unkompliziert online zu Ökostrom wechseln: 

Zur Überschrift: “Wir sind der Strom!“ war eine Rufparole auf der Demo „Energiewende retten!“ im November 2013 in Berlin.

Kompletter Film: "Experiment Energiewende. Deutschlands einsame Revolution.":

4. Dezember 2014

Keine Erhöhung der Geldleistungen für Kindertagespflegepersonen im Landkreis Oder-Spree geplant

Dies ist die Antwort auf die unten stehende Kleine Anfrage von Sabine Niels aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen & Piraten im Kreistag Oder-Spree bezüglich der Kindertagespflege im Landkreis Oder-Spree.

17. November 2014

Die Energiewende braucht eine Wende zugunsten der Natur!



Die Deutsche Wildtier Stiftung stellt in Berlin die wissenschaftliche Studie „Windenergie im Lebensraum Wald“ vor 

Hamburg, 11. November 2014. Heute hat die Deutsche Wildtier Stiftung in Berlin die Studie „Windenergie im Lebensraum Wald“ vorgestellt. Autor ist der renommierte Biologe Dr. Klaus Richarz, der 22 Jahre die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland leitete. Die Studie kommt zu dem Fazit, dass der rasante Ausbau von Windenergieanlagen das Ökosystem Wald – besonders Vögel und Fledermäuse – gefährdet. Die von Dr. Richarz in seiner Studie identifizierten Risikogruppen lesen sich wie das „Who is Who“ der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Der Mangel an geeigneten Flächen für Windkraftanlagen erhöht den Druck auf empfindliche Ökosysteme wie den Wald. „Wildtiere dürfen nicht die Verlierer der Energiewende sein. Die Energiewende braucht eine Wende zugunsten der Natur“, fordert Prof. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. 

In Deutschland fallen Jahr für Jahr bis zu 240.000 Fledermäuse Windkraftanlagen zum Opfer. Sie können zwar den Rotoren auch im Dunkeln ausweichen, aber im Unterdruck auf der Rückseite der Anlagen platzen ihre Lungen. Experten sprechen vom Barotrauma. „Die meisten heimischen Fledermausarten stehen auf der Roten Liste“, sagt Dr. Klaus Richarz. Besonders sensibel reagieren auch Vogelarten wie der extrem seltene Schreiadler, der Rotmilan und der Schwarzstorch. So halbierte sich beispielsweise der Brutbestand des seltenen Schwarzstorchs am hessischen Vogelsberg nach dem Bau von 125 Windkraftanlagen in einem Zeitraum von nur sechs Jahren. Schwarzstörche sind sehr störempfindlich. Viele Greifvögel hingegen sterben durch Kollisionen mit den Rotorblättern. Diese Tatsachen sind durchaus bekannt: Mit dem „Helgoländer Papier“ liegen Empfehlungen aller 16 staatlichen Vogelschutzwarten zum Schutz von Vogelarten bei Planung und Bau von Windkraftanlagen vor. Die aktuelle Fassung dieses Papiers wird allerdings zurückgehalten – sie wäre ein Hemmnis zum Ausbau der Windenergie. „Ungeachtet all dieser dramatischen Ergebnisse werden Windkraftanlagen sogar in Europäischen Schutzgebieten geplant und gebaut“, kritisiert Fritz Vahrenholt. 

Das Ziel der Bundesregierung, den Rückgang von Biodiversität bis zum Jahr 2020 aufzuhalten, gerät durch einen gedankenlosen Ausbau der Windenergie in ernste Gefahr. Die Öffnung des Waldes als Standort für Windenergieanlagen führt zur Gefährdung seltener Arten. „Buchenwälder müssen zur Tabuzone erklärt werden“, sagt Dr. Klaus Richarz. „Sie sind Hotspots der Biodiversität, für die Deutschland globale Verantwortung trägt.“ 

Enoch Freiherr von und zu Guttenberg, Gründungsmitglied des BUND und Waldbesitzer in Bayern, begrüßt die Initiative der Deutschen Wildtier Stiftung. Baron zu Guttenberg sieht in Windenergieanlagen „Industrieanlagen in deutschen Wäldern“ und fürchtet katastrophale Auswirkungen für das Ökosystem Wald. 

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert: 

1. Der Ausbau von Windkraftanlagen im Wald muss gestoppt werden. 
2. Regelungen einzelner Bundesländer zum erleichterten Ausbau der Windenergie im Wald ohne ausreichende Rücksicht auf den Naturschutz müssen außer Kraft gesetzt und bereits laufende Genehmigungsverfahren abgebrochen werden. 
3. Eine bundesweit gültige technischen Anleitung („TA Wind“) muss die vollständige Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes bei Planung, Bau und Betrieb von Windkraftanlagen regeln. 
4. Die aktuellen Empfehlungen aus dem „Helgoländer Papier“ müssen sofort in allen Bundesländern umgesetzt werden. 
5. Wissensdefizite dürfen kein Vorwand zur Genehmigung von Windenergieanlagen sein. Es gilt das Vorsorgeprinzip: Im Zweifel für den Natur- und Artenschutz. 

Die Studie können Sie unter www.DeutscheWildtierStiftung.de herunterladen. 
Weitere Informationen zum Thema Energiewende und Naturschutz finden Sie auf der neuen Plattform www.naturwende.de 

14. November 2014

"Das Leiden der Spree": Wanderausstellung zieht nach Beeskow um




von Grüne Oder-Spree

Unter dem Titel „Das Leiden der Spree #Bergbaufolgen“ eröffneten am Donnerstagabend in der Beeskower Stadtbibliothek der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen Oder-Spree zusammen mit der Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen – Umwelt schützen e.V.“ eine interaktive Fotoausstellung zu den Auswirkungen des Bergbaus in der Lausitz und Ostbrandenburg. „Wir wollen stärker die Zusammenhänge verdeutlichen. Der Braunkohleabbau in der Lausitz hat auch Auswirkungen auf den Landkreis Oder-Spree, Frankfurt (Oder) und Berlin“, sagte Thomas Fischer, der für die Bündnisgrünen im Kreistag Oder-Spree sitzt, vor den etwa 20 Teilnehmern der Vernissage.

Die energiepolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im Brandenburger Landtag, Heide Schinowsky wies darauf hin, dass Brandenburg für die Ausbeutung der Braunkohlelagerstätten einen sehr hohen Preis bezahlt: Die Landschaft werde auf Jahrzehnte verschandelt, riesige Flächen sind wegen Rutschungen gesperrt und der Wasserhaushalt der gesamten Region wird durcheinander gebracht; von den bisher vollkommen unabsehbaren Folgen der Spreeverockerung ganz zu schweigen, so Schinowsky. „Die Kosten für diese Schäden sind kaum abschätzbar. Ohne massive Subventionierung durch die Allgemeinheit wäre der Braunkohleabbau schon längst nicht mehr wettbewerbsfähig. Rund 60 Millionen Euro Einnahmen entgehen dem Landeshaushalt jährlich dadurch, dass aufgrund des Einigungsvertrags keine Förderabgabe gezahlt werden muss und die Landesregierung Vergünstigungen beim Wassernutzungsentgelt gewährt“, kritisiert die Energieexpertin der Bündnisgrünen. Nach Ansicht der Grünen soll der Konzern das Braunkohlegeschäft nicht verkaufen, sondern sozialverträglich abwickeln und für entstandene Schäden aufkommen. In den letzten dreizehn Jahren habe Vattenfall etwa sieben Milliarden Gewinn nach Schweden transferiert, da sollte man jetzt nicht „sang- und klanglos“ das Land verlassen, sagte Schinowsky.

Allein die drei brandenburgischen Tagebaue pumpen jährlich mehr als 200 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Boden. Der größte Teil wird in die Spree eingeleitet, erläutert Thomas Fischer. „Die Verockerung der Spree ist mittlerweile in der Öffentlichkeit bekannt, aber dass direkt vor unserer Haustür die Spree mit dem nicht sichtbaren Sulfat belastet ist, weiß kaum jemand“, sagte der Gewässerökologie Wolfgang Renner aus dem Spreewald. Sulfate an sich sind nicht giftig, führen aber in höheren Konzentrationen zu Durchfallerscheinungen, daher hat der Gesetzgeber einen Grenzwert von 250 mg/l beim Trinkwasser festgelegt. Derzeit liege der Wert für Sulfate bei 170 mg/l mit steigender Tendenz. Die Wasserwerke Briesen, die rund 65.000 Einwohner von Frankfurt (Oder) im Landkreis Oder-Spree mit Wasser versorgen, haben daher unlängst beschlossen, zukünftig nur noch reines Grundwasser für die Trinkwasseraufbereitung nutzen und kein Uferfiltrat aus der Spree mehr, berichtete Renner. 

Neben den Auswirkungen der Braunkohle droht der Region Oder-Spree womöglich weiteres Ungemach. Ute Lein von der Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen – Umwelt schützen“ e.V. verwies auf potentielle Gefahren bei der Verpressung von sogenannten Lagerstättenwassern, die bei der Förderung von Erdgas und Erdöl anfallen. Auf Grund der geplante Erdgasförderung bei Beeskow werde dieses Thema nun auch in der Region aktuell. Das Lagerstättenwasser ist ein Gemisch aus Wasser, Salzen, Kohlenwasserstoffen sowie weiteren Stoffen, welche neben dem Erdgas natürlich vorkommen. In Niedersachsen würde, wie auch künftig in der Region um Beeskow, Erdgas aus dem Rotliegend Sandstein  gefördert. Das dort anfallende Lagerstättenwasser enthalte krebsauslösendes Benzol und Toluol (BTEX), giftiges Quecksilber und Blei. Diese Stoffe seien nachweislich natürlichen Ursprungs und treten dort, unabhängig von der jeweiligen Fördermethode, zwangsläufig auf.  „Wir Bürger wollen wissen, wo und unter welchen Bedingungen Bayerngas sein Lagerstättenwasser verklappt“, sagte Lein. Die Initiative habe daher Anfang November einen umfangreichen und thematisch breit gefächerten Fragenkatalog an Bayerngas übersandt. Die Bürgerinitiative erwarte nun eine schriftliche Antwort des Konzernes aus München, der im Raum Beeskow Erdgas fördern will.  Leider gebe es keinen echten Dialog mit dem Unternehmen, bemängelte Ute Lein. „Aus München wird verkündet, dass es keine Probleme gebe, aber auf einen sachlich-kritischen Diskurs habe sich der Konzern bislang nicht eingelassen“, bedauert Ute Lein.

Die Bündnisgrünen und die Bürgerinitiative kündigten an, die geplante Erdgasförderung und deren Auswirkungen auf die Umwelt weiterhin kritisch zu begleiten.

Hintergrund Ausstellung
15 Plakate beschreiben mit eindrucksvollen Fotos die Bedrohung des Wassers vom Tagebaugebiet über die verockerte Spree, die Sulfatbelastung in Oder-Spree, die Erdgasbohranlagen in Beeskow, die Auswirkungen des Hochwassers in Grünheide bis hin zu Brücken in Berlin, denen der Betonfraß droht. Alle Plakate sind mit einem QR-Code versehen. Dahinter verbergen sich kurze Videosequenzen mit Statements von lokalen Akteuren und weiteren Hintergrundinformationen.  Zudem werden Exponate wie verockertes Wasser, Holz und Steine ausgestellt. Zu besichtigen ist die Galerie in der Stadtbibliothek Beeskow (Mauerstraße 28, 15848 Beeskow) vom 14. November 2014 bis 16. Januar 2015, Montag-Freitag: 12:00 - 18:00 Uhr, Samstag: 10:00 - 12:00 Uhr. Eintritt frei. Die Ausstellung ist auch  im Internet unter www.braune-spree-watch.de zu sehen. Zuvor lief die Ausstellung erfolgreich seit August 2014 in Gosen-Neu Zittau.

27. Oktober 2014

Irmtraut Ossowski und die Pressefreiheit – Ein Nachruf


Irmtraut Ossowski (9. Februar 1957 – 16. Oktober 2014) war Unternehmerin, Verlegerin und Journalistin. Sie gründete 1994 die Anzeigenzeitung Der OderlandSpiegel, welche mit einer Auflage von 128.710 die größte Zeitung im Osten Brandenburgs ist. Im Vergleich: Die Märkische Oderzeitung hat eine Auflage von 78.116.

In Deutschland ist die Pressefreiheit im Grundgesetz Artikel 5 geregelt, das besagt „... Eine Zensur findet nicht statt. ...“

Doch wo fängt eine Änderung von Texten an, ohne dass der Text dabei zensiert wird? Geht die Veränderung der Texte seitens der Redakteure über die Berichtigung von Rechtschreib- und Kommafehlern hinaus, wird der Text bereits zensiert. Denn die Freiheit einer journalistischen Arbeit wird bereits dann eingeschränkt, wenn der Redakteur aus „unter anderem“ einfach „u.a.“ macht. Denn selbst Kleinigkeiten wie diese gehören zur persönlichen „Schreibe“ eines Journalisten, der sich damit einen individuellen Stil gibt. Und dieser persönliche Schreibstil macht  die Diversität und somit die Qualität einer Zeitung aus. Leider werden in Deutschland die Berichte nicht nur dem Entfernen von solchen „Schönheitsfehlern“ unterzogen, welche ja immer Geschmackssache sind, sondern vielmehr werden die Texte ganz neu interpretiert. Und dadurch passiert immer wieder das, was für einen Journalisten der größte Horror ist: Es werden Faktenfehler eingebaut. Dann kann ein Text so verfälscht werden, dass statt ursprünglich „Der Bekannte des Landwirtes XY hat gesagt....“ plötzlich „Der bekannte Landwirt XY hat gesagt...“ in der Zeitung steht.
Viele Journalisten resignieren und versuchen sich aufgrund ihrer beruflichen Abhängigkeit damit abzufinden, dass ihre größte Motivation, nämlich die Wahrheit zu veröffentlichen, auf dem Weg zum Druck verloren geht.

Meine Pressemitteilungen und Artikel hat Irmtraut Ossowski stets unzensiert und ungekürzt abgedruckt und gewährleistete mir damit die höchstmögliche Pressefreiheit, die es bei keiner anderen mir bekannten großen Zeitung gibt. Der Oderlandspiegel ist mir dadurch die liebste Zeitung, die mir den höchstmöglichen Respekt abverlangt. Denn auch als Leserin weiß ich, dass die ursprünglichen unverfälschten Texte der Autoren nur hier zu finden sind.

Ich wünsche mir nicht nur, dass Der Oderlandspiegel die Arbeit in ihrem Sinne und im Sinne der Pressefreiheit weiterführt sondern auch, dass sich andere Herausgeber ein Beispiel an Irmtraut Ossowski nehmen und somit dazu beitragen, dass die Pressefreiheit wirklich gewährleistet wird. Ein einfaches Copy/Paste ist bereits der Schlüssel dazu. Für eine Qualität in den Zeitungen und für die Veröffentlichung der Wahrheit.

22. Oktober 2014

Biesenthaler Becken, Naturpark Barnim

Umgestürzte Kiefer, Hellsee


Am 18. Oktober 2014 ließen sich die bündnisgrünen Annalena Baerbock (Bundestagsabgeordnete), Anja Grabs (Kreistagsabgeordnete, Oder-Spree) sowie Stefan Brandes (Gemeindevertreter, Schöneiche) bei einer geführten Natura Trail Wanderung den Moorschutz im Biesenthaler Becken erklären. Es handelt sich um ein Kleinod unter den Naturschätzen Brandenburgs, in dem Sandberge und Moore dicht nebeneinander liegen. Entwässerte Moore geben Kohlendioxid in die Atmosphäre ab, so dass die Renaturierung von Mooren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Bei der Renaturierung werden ehemalige Entwässerungsgräben verschlossen, so dass die Moorflächen wiedervernässt werden, denn nur nasse Moore sind gesunde Moore. Darüber hinaus trägt die Renaturierung zum Arterhalt von selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten bei, die nur in Moorgebieten vorkommen. 


Wegweiser
Biesenthaler Becken im Nebel
Pfaffenhütchen im Biesenthaler Becken
Pfauenfließ
Neophyt: kanadische Goldrute im Biesenthaler Becken
Moorlandschaft
Hellmühle
Fischtreppe an der Hellmühle
Hellsee


11. Oktober 2014

Die Frechheit der Bäume (Glosse up for grabs)

Autumn at IU
Auch Straßenbäume und Bäume in Parks benötigen ihr eigenes Laub als Langzeitdünger.
(Foto: StevenW.)


Im Herbst besitzen Bäume die unglaubliche Frechheit ihre Blätter abzuwerfen und die Menschen damit unnötig zu schikanieren, die sich nun genötigt fühlen nichts, aber auch gar nichts, zu unterlassen, um den Feind „das Laub“ zu beseitigen.

Denn das Statussymbol Garten erlebt nun seinen zweiten Höhepunkt im Jahr. Nachdem der englische Rasen auf deutschem Boden täglich gemäht wurde und jedes Kleeblatt, selbst wenn es vierblättrig war, per Pinzette entfernt und missmutig zerstört wurde, muss nach dem Feind „das Unkraut“ nun das Laub beseitigt werden. Je kleiner der Garten, desto größer erscheint jedes unerwünschte Laubblatt.

Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um nun Laubsäcke zu besorgen. Eine Urlaubswoche in den Herbst verlegt hilft den Gärtner nun, seine Arbeitswoche einzutauschen in eine Woche mit mindestens 50 Arbeitsstunden der Laubentsorgung. Die Gemeinden sind überfordert mit der Bestellung der Laubsäcke, denn wieviel Laub die Bäume jedes Jahr abwerfen und wieviele Säcke von den Bürgern abgeholt werden, ist nicht planbar. Und wie man Nachfrage im voraus plant, haben die Ostdeutschen mittlerweile verlernt (oder noch nie beherrscht). Bestellt die Gemeinde also Laubsäcke entweder zu spät oder gar nicht oder gehen ihr die Laubsäcke aus, ist das Drama bei den Bürgern vorprogrammiert. Bis in den ganzen Winter hinein wird sich nun aus den Gästereihen der Gemeindevertretersitzungen über die Laubsäcke aufgeregt. Und wann werden die vollen Säcke eigentlich abgeholt? Das sind alles Fragen, die immer wieder gestellt werden und somit zu den beliebten Dauerbrennern gehören.

Im demografischen Wandel passiert es immer wieder, dass der erfolgreiche Mittelstand aufs Land zieht, um seiner Karriere einen grünen Feierabend bieten zu können. Es kommt immer wieder vor, dass der neue Grundstücksbesitzer und Gartenneuling selbst jahrhundertealte Baumriesen illegal fällen lässt. Die Angst vor der Laub-Wildnis kann lähmend sein. Auf die Entsorgung von Laub hat Niemand Lust.

Aber Halt! Muss man denn Laub überhaupt entsorgen?

Seit über fünf Jahrzehnten versucht der Mensch die Natur zu beherrschen. Er bietet ihr die Stirn indem er alle natürlichen Abläufe unterbindet. Begleitet wird diese Unnatürlichkeit mit einer großen Angst vor Wildnis. Denn wenn das Laub in der Natur liegen bleibt, was passiert dann eigentlich? Die Folgen möchte man sich gar nicht erst ausmalen. Dafür hat man sich aber viele Erklärungen ausgedacht. Zum Beispiel dass es bestimmte Laubarten gibt „die nie verrotten.“ Den Satz „Laub vom Baum XY verrottet nie.“, habe ich schon sehr oft gehört. Dabei kann ich jedem Gärtner versichern, dass alle Laubarten verrotten. Es ist nur eine Frage der Zeit. Es kann ganz sicher ausgesagt werden, dass jedes Laub früher oder später verrottet. Zeit jedoch ist ein Luxus, den der Gärtner der Natur nicht einräumen will, deshalb besorgt er sich auch Schnellkompost und schnell wachsende Bäume.

Liebe Gärtner, fahren Sie im Herbst in den Urlaub! Lassen Sie das Laub liegen! Bäume und Sträucher brauchen es als Langzeitdünger! Laub zu beseitigen, um es dann mit gekauftem Rindenmulch zu ersetzen ist eine kostspielige Absurdität! Bäume können nur dann ihr Höchstalter erreichen, wenn ihr eigenes Laub an Ort und Stelle liegen bleibt! Seien Sie mutig, bieten Sie nicht der Natur die Stirn sondern leben Sie mit ihr und beobachten Sie den Kreislauf. Laub bietet Igeln und Insekten eine Möglichkeit der Überwinterung. Es stellt einen eigenen Lebensraum dar, der Nahrung für zahlreiche Mikroorganismen darstellt. Diese wandeln ihn in Humus um: Ein nährstoffreicher Bestandteil des Mutterbodens, der im Garten allseits beliebt ist. Wenn Ihre Angst vor bösen Nachbarsblicken dennoch überwiegt (denn die Angst als „fauler Gärtner“ abgestempelt zu werden, kann Einem schlaflose Nächte bereiten), dann greifen Sie trotzdem nicht zu Laubsäcken sondern verfrachten Sie das Laub unter die Hecke, wo es nun in Ruhe verrotten kann. Oder legen Sie einen Laubhaufen an (Besuch vom Igel nicht ausgeschlossen). Oder fügen Sie das Laub ihrem Kompost hinzu. Denken Sie daran: Früher oder später wird es verrotten. Geben Sie der Natur Zeit! Und geben Sie vor allem sich selbst im Herbst eine Auszeit!

Glosse up for what?

10. Oktober 2014

East Side Gallery, Berlin

25 years of the Fall of the Wall on November 9th. Everybody is commemorating it in their own way.
So I went to the East Side Gallery in Berlin today... for some reason doing this the very first time taking time and my camera to visit this place transforming into a tourist and realising that this topic is more international than ever as probably every tourist is visiting the East Side Gallery as an obligatory part of their visit to Berlin. Nothing in Berlin is symbolising the dividing of the city and the country as much as the remainings of the wall and the Brandenburg Gate. The peaceful revolution without violence is the masterpiece of the German history. It is an inspiration to the rest of the world. The most wonderful political turn, right in the center of Europe that has caused so many tears of happiness and is producing such over and over again every time we watch the old documentaries. Freedom as a subject-matter is and will always be as prevailing than ever. We are looking at the world and are realising that peace is never a natural consequence. Peace is hard work. It is the absolutely most important challenge of a country. 












English tour 






The area behind the wall was called neverlands.




Right now someone is dreaming of living your life.





Place of one of the first open border crossings: Oberbaum bridge.

East Side Gallery Berlin


25 Jahre Mauerfall am 9. November. Jeder begeht ihn auf seine Weise. Ich so heute an der East Side Gallery in Berlin... seltsamerweise das erste mal ganz bewusst mit Zeit und Kamera im Gepäck, transformiere ich mich selbst in die Lage einer Touristin und erlebe, dass das Thema internationaler ist als je zuvor, denn vermutlich besucht jeder Tourist die East Side Gallery als obligatorischen Punkt seiner Reise nach Berlin. Nichts in Berlin symbolisiert die Teilung der Stadt und des Landes so sehr wie die Reste der Mauer und das Brandenburger Tor. Die friedliche Revolution ohne Gewalt ist das Meisterwerk der deutschen Geschichte. Sie ist eine Inspiration für den Rest der Welt. Die wunderbarste politische Wende mitten in Europa, die so viele Freudentränen hervorgebracht hat und immer wieder aufs neue verursacht, wenn wir die Bilder von damals sehen. Das Thema Freiheit ist aktueller denn je und wird es für alle Zeiten bleiben. Wir schauen auf die Welt und begreifen, dass Frieden niemals selbstverständlich ist. Frieden ist harte Arbeit. Es ist die absolut wichtigste Aufgabe eines Landes. 












englischsprachige Führung 






So nannte man den direkten Bereich hinter der Mauer.




Right now someone is dreaming of living your life.





Einer der ersten geöffneten Grenzübergänge damals: Oberbaumbrücke