31. Juli 2012

Was tun bei Raupenbefall?

GOSEN - Ende Mai 2012 wurde die Naturschutzbeirätin Anja Grabs von Kleingärtnern in den Fliederweg in Gosen gerufen. Es gäbe dort einen Raupenbefall an einem Eckgrundstück und man hätte Angst, dass dieser Befall auf die anliegenden Kleingärten übergehen könnte. Schnell kamen Fragen auf, ob und wie man jetzt Gift einsetzen muss, um die Raupen zu bekämpfen und ob sie eine gesundheitliche Gefahr für die Menschen darstellen und was passiert, wenn sie das anliegende Naturschutzgebiet befallen.

Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um die Gespinstmotte handelt, die in einer Hecke auf ca. 1,7x1,5 Meter Pflanzen des Wasserdostes befallen haben. Es gibt in Mitteleuropa 74 Arten, die sich auf verschiedenen Pflanzenfamilien finden, auf denen sie teilweise spezialisiert sind. Eine Ausbreitung auf die gesamten Pflanzen der Umgebung kann man daher ausschließen. Auch eine Ausbreitung in das anliegende Naturschutzgebiet stellt keine Gefahr dar, da sich die Natur gut alleine regulieren kann.

Die Eier werden dachziegelartig an die Pflanzenstängel gelegt, aus denen dann Raupen schlüpfen, die die Pflanze großflächig einspinnen und daran fressen. Die Puppen entwickeln sich zu ca. 2cm großen, weißen Nachtfalter-Schmetterlingen mit schwarzen Punkten. Die Gespinste schützen sie vor natürlichen Fraßfeinden wie Vögeln, Schlupfwespen, Raupenfliegen, Spitzmäuse, Frösche, Kröten u.a.

Wenn keine Obstbäume befallen sind ist eine Bekämpfung nicht notwendig, da die Population natürlich reguliert wird und die Sträucher zuverlässig wieder neu austreiben (Johannistrieb).

Wenn Obstbäume befallen sind und somit die Ernte in Gefahr ist, kann man Abhilfe schaffen, indem man im Frühjahr die Gespinste mit den Raupen frühzeitig abschneidet oder die Raupen absammelt. Im Winter kann man vorbeugend die Eigelege abkratzen. Von einem Gifteinsatz wird abgeraten, da nicht nur die Gespinste die Raupen davor schützen, sondern man dadurch auch die natürlichen Feinde der Raupen gleich mit bekämpfen würde.

Den Kleingärtnern im Fliederweg wurde zu Gelassenheit geraten, da eine Bekämpfung nicht notwendig ist. Ob die Hecke durch das Gespinst einen Schönheitsfehler hat bleibt Geschmackssache. Wenn die Schmetterlinge im Juni ausfliegen wird es schnell verwittern und die Pflanzen werden neu austreiben, so dass davon bald nichts mehr zu sehen ist. Bis dahin kann man die Entwicklung in den verschiedenen Stadien der Schmetterlinge gut beobachten.

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